Pflanzenschutz · Wetter-basierte Prognose

Krankheits-Frühwarner

Aus 7-Tage-Wetter + Bodenfeuchte schätzen wir den Infektionsdruck für die vier häufigsten Pilzkrankheiten im Getreide- und Kartoffelbau.

Für Landwirte

Warum Wetter den Pilzdruck bestimmt

Die meisten Getreide- und Kartoffelkrankheiten sind Pilze. Pilze brauchen Feuchte (Bestandsnässe, feuchter Boden) und die richtige Temperatur, um sich auszubreiten.

Wenn unsere Wetterdaten genau diese Bedingungen zeigen, bekommst du hier eine Warnung — oft Tage bevor du den Befall draußen siehst. So kannst du gezielt behandeln statt im Blindflug zu spritzen.

Praxis-Tipp: Kombiniere die Warnung mit einer Kontrollfahrt. Die App ist kein Ersatz für den Blick aufs Feld.

Stufe 0/3 · Niedrig

Septoria (Weizen)

Pilzsporen keimen bei feucht-warmem Wetter (15–25 °C + Bestandsnässe > 6 h) und dringen ins Blatt ein.

Keine Risikofaktoren aktuell erkennbar.

Tipp: Morgenkontrolle auf Blattflecken. Bei Fahnenblatt (BBCH 37–39) Fungizid-Fenster erwägen. Sprechen mit Pflanzenschutzdienst.

Stufe 2/3 · Erhöht

Kraut- & Knollenfäule (Kartoffel)

Zoosporen brauchen mindestens 10 h Blattnässe + 10–22 °C. Trockenes Wetter stoppt den Befall.

  • Optimaler Temperaturbereich (11.2 °C)
  • Mäßige Bodenfeuchte (0.29 m³/m³)

Tipp: Prognose-Modelle (Negfry, Simphyt) prüfen. Vorbeugend Kontaktfungizide, bei Befall systemisch. Rohrleitungen / Lagerplätze früh inspizieren.

Stufe 0/3 · Niedrig

Fusarium (Ährenfusariosen)

Infektion nur zur Blüte (BBCH 61–69) bei warmem, feuchtem Wetter (>15 °C, >4 h Nässe). Toxinbildner!

Keine Risikofaktoren aktuell erkennbar.

Tipp: Nur zur Blüte (BBCH 61–69) behandeln. Vorfrucht Mais + Mulchsaat = Hauptrisikofaktor. Sortenwahl prüfen.

Stufe 2/3 · Erhöht

Echter Mehltau

Liebt warme Tage (15–22 °C) + kühle, nicht zu feuchte Nächte. Dichte Bestände fördern ihn zusätzlich.

  • Starker Tag/Nacht-Wechsel (ΔT 11 °C) — Taubildung
  • Moderate Feuchte — Mehltau bevorzugt Bedingungen

Tipp: Resistente Sorten + späte N-Gaben vermeiden. Schwefel-Präparate bei ersten Symptomen.

Grobe Orientierungswerte aus Wettermodellen — ersetzen keinen Pflanzenschutz- warndienst und keine Beratung durch Landwirtschaftskammer, DLR, LfL oder AGES. Pflanzenschutzmittel nur nach gültiger Zulassung und Indikation einsetzen.

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